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Museen der Stadt Zella-Mehlis

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Eine interessante Neuerwerbung

20.02.2017

FirmenschildAm vergangenen Wochenende bekam unser Museum ein interessantes Objekt geschenkt.
Es ist das historische Firmenschild von Alfred Köhler, heute vielen Zella-Mehlisern noch bekannt als der „Fahrrad-Köhler".
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden, bedingt durch wachsende Bedürfnis der Menschen nach Mobilität, zahlreiche große und kleine Firmen, welche die Herstellung von Fahrrädern und Fahrradteilen als Haupt- oder Nebenerwerb betrieben.
So sind über zwanzig Zella-Mehliser Fahrradmarken bekannt geworden. Meist handelte es sich dabei um Hersteller, die erworbene Komponenten zu Fahrrädern montierten und dann unter ihrem Namen verkauften. Ein Beispiel hierfür ist die Geschichte des „Fahrrad-Köhler" in der Zella-Mehliser Hauptstraße.
Zunächst arbeitete daselbst Oskar Ritz bis zum Ersten Weltkrieg, er fiel 1917, in seiner eigenen Büchsenmacherwerkstatt. Nach dem Krieg betrieb dann seine Witwe, Else Ritz, in diesem Haus einen Kolonialwarenladen (Tante-Emma-Laden), bis dieser in der Zeit der Weltwirtschaftskrise zum Ende der 1920er Jahre Pleite ging. In den Folgejahren nutzte Alfred Köhler die Räume und die noch vorhandenen Maschinen zur Herstellung von Gas- und Schreckschusspistolen. Mit der Gewerbeanmeldung vom 1.April 1934 erfolgte dann die Umstellung auf die Fabrikation von Fahrradteilen. Schon ein Jahr darauf erweiterte er sein Geschäft mit der Montage und dem Verkauf eigener Fahrräder unter dem Markennamen „FALKE" später „KÖHLER". Die dazu benötigten Teile kamen vornehmlich von Firmen aus Zella-Mehlis und Umgebung, z. B. von den Firmen K. Reich, H. Weihrauch, H. Wissner u. a., die Rahmen und Gabeln wurden von der Firma A. Florschütz aus Erlau bezogen. Ab den Jahren 1936/37 kam darüber hinaus der Großhandel mit Fahrradteilen für die Regionen Thüringen, Grabfeld und Franken hinzu.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dem Handel mit allen möglichen Waren nachgegangen, wie allerlei Holz- und Metallwaren, welche in der Umgebung produziert wurden. Ab 1949 begann man wieder mit der Herstellung von Fahrradteilen und bot Fahrradreparaturen an. Im Jahre 1953 erfolgte schließlich der Aus- bzw. Neubau des bekannten Ladens an der Hauptstraße. Mit dem Abschluss eines Kommissionsvertrages mit der volkseigenen Handelsorganisation (HO) im Jahre 1970, das Geschäft gehörte inzwischen dem Sohn Klaus Köhler, wurde das Sortiment auf Kinderwagen und Kinderfahrzeuge erweitert. Nach dem Zusammenbruch der DDR gelang mit der Übernahme des Geschäftes durch den Enkel, Dipl.-Ing. Lutz Köhler, im Jahre 1990 zunächst der Übergang in die Marktwirtschaft. Letztlich musste aber, vor allem durch die Billigkonkurrenz aus Fernost, der Geschäftsbetrieb vor einigen Jahren aufgegeben werden. Der Name „Fahrrad-Köhler" ist den Zella-Mehlisern jedoch immer noch in guter Erinnerung, wie folgendes Verslein, in verschiedenen Abwandlungen überliefert, beweist:

Wem das passiert, dem Gnade Gott,
der braucht ein Bett von Möbel-Schott!
Geht es ihm dann wieder wöhler,
kauft er ein Rad beim Fahrrad-Köhler!


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(letzter Einlass 15:30 Uhr)

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