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Museen der Stadt Zella-Mehlis

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Interview-Reihe „Abseits der Ausstellung“

19.04.2017

„Eine solide Planung ist die beste Grundlage für eine geniale Improvisation.“

Herr Schreier führt den Riemenfallhammer vor

Was passiert hinter den Kulissen in unseren Museen und wer ist dort eigentlich tätig? Das wollen wir Ihnen auch im zweiten Teil unserer Reihe „Abseits der Ausstellung“ präsentieren. Den Anfang machte Frank Eiselt, heute stellt sich der Museumsleiter Lothar Schreier vor.

1. Hallo Herr Schreier, schön, dass wir Sie heute etwas näher kennen lernen dürfen. Stellen Sie sich doch unseren Lesern kurz einmal vor.

Hallo, also ich bin verheiratet und habe vier Kinder (zwei eigene und zwei angeheiratete). In meiner freien Zeit beschäftige ich mich gerne mit der Natur – besonders mit Pilzen – und der Bergbaugeschichte. Viel Freude bereitet es mir dann, wenn ich mein Wissen an meine Kinder und an die Jugendlichen im Bildungscamp Christes e.V. weiter geben kann.

2. Wie würden Sie sich selbst beschreiben, Herr Schreier?

Gerne helfe ich wo ich kann, wobei ich keine Gegenleistung erwarte. Des Öfteren vergesse ich mich auch selbst dabei. Mit Begeisterung gebe ich mein Wissen als freundlicher Geschichtenerzähler weiter, allerdings bin ich gelegentlich etwas ausschweifend. Ansonsten vertrete ich das Motto: „Eine solide Planung ist die beste Grundlage für eine geniale Improvisation.“

3. Was ist Ihnen wichtig im Leben?

Oh, darunter fällt so einiges wie zum Beispiel ganz klassisch Weltfrieden, Familie, Kinder, Freunde, Hilfsbereitschaft, Offenheit gegenüber vielen Dingen und Umweltschutz. Aber auch Verständnis für einander und ausreichend Geld – aber nur so viel, dass es den Charakter nicht verdirbt – sind mir wichtig.

4. Was hat Sie dazu bewegt, in den Museen zu arbeiten?

Schon als Kind und Jugendlicher habe ich allerlei gesammelt, gerne aufbereitet und gezeigt. Zudem habe ich schon immer überall Museen besucht.

Über die Schule bin ich durch einen Zufall mit dem einstigen Heimatmuseum am Mehliser Markt und den dort ehrenamtlich überaus engagierten Menschen in Kontakt gekommen und geblieben. Letztlich führte dies zu einem Studium der Museologie in Leipzig und meiner Tätigkeit heute.

5. Seit wann arbeiten Sie bei den Museen?

Zunächst war ich nach Abschluss meines Studiums von 1987 bis 1993 der erste hauptamtliche Museumsleiter. Nach einigen Jahren unterschiedlichster Tätigkeiten bin ich nun seit 2014 wieder mit Freude dabei.

6. Was fasziniert Sie an der Museumsarbeit?

Museen sind ein Abenteuer bei welchen man täglich neue Entdeckungen macht und viele Menschen kennenlernt. Beschäftigung mit der Geschichte, den kulturell-materiellen Hinterlassenschaften vorheriger Generationen, mit dem Ziel auf verschiedenste Weise, sei es durch Ausstellungen, Führungen oder Veröffentlichungen, einen Beitrag zur Identitätsstiftung und Heimatliebe zu leisten.

7. Warum sind die Zella-Mehliser Museen nicht langweilig?

Wie heißt es so schön: „Was wäre die Welt ohne Zella-Mehlis!“. Klingt vielleicht ein wenig übergeschnappt, dennoch kann man in unseren beiden Museen eine Menge zur Geschichte und den Leistungen der Bewohner unseres Talkessels erfahren.

Viele unserer Besucher sind überrascht und beeindruckt von der enormen Vielfalt und der schön gestalteten Ausstellung im Stadtmuseum in der Beschußanstalt. Auch sind die Ausstellungsstücke nicht einfach nur hingestellt und beschriftet, sondern immer so arrangiert und illustriert, dass sie kleine, zusammenhängende Geschichten erzählen, welche sich zu einem Gesamtbild verbinden.

Das Besondere am Technischen Museum Gesenkschmiede ist die funktionstüchtige historische Technik, vor allem die ältesten Brettfallhämmer Deutschlands. Die meisten Besucher sehen diese hier zum ersten Mal und sind fasziniert.

Herr Schreier führt den Brettfallhammer vor

8. Angenommen, Geld spielte keine Rolle: Was würden Sie bei den Museen verändern?

Verändern? Zunächst vielleicht nicht viel, jedoch könnten die Museen mit einem sorgenfreien Finanzrahmen noch gezielter das tun, wozu sie da sind:

„… eine gemeinnützige, auf Dauer angelegte, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zum Zwecke des Studiums, der Bildung und des Erlebens materielle und immaterielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt.“ (Ethische Richtlinien für Museen von ICOM, 2010).

Dazu wären mehr Depotraum nützlich, eventuelle weitere Dauerausstellungen und natürlich zusätzliche qualifizierte und engagierte Mitarbeiter für verschiedenste Aufgaben. So könnten regelmäßige museumspädagogische Angebote, Vorträge, interessante Sonderausstellungen und mehr möglich werden! Vielleicht gäbe es auch eine mobile Variante, welche direkt an den Schulen oder auch anderswo tätig werden könnte. Man könnte auch Geschichten medial aufbereiten …

9. Was wurde bei den Museen bisher erreicht, worauf Sie stolz sind bzw. seinen großen Anteil daran hatten?

Vor allem dem ehrenamtlichen Engagement ist es zunächst einmal zu verdanken, dass es ein Museum mit umfangreichen Sammlungen zur Orts- und Regionalgeschichte gibt. Schon zu Zeiten des Heimatmuseums am Mehliser Markt war es immer das Bestreben der Museumsfreunde, Bürgern unserer Stadt, dem Museum einen dauerhaften räumlichen und finanziellen Rahmen zu geben. Dem folgte seit 1987 bis zum heutigen Tage auch die Stadt Zella-Mehlis, was gerade in heutigen Zeiten mit einer angespannten Haushaltslage nicht selbstverständlich ist. So war es auch endlich möglich, durch den Umbau der ehemaligen Beschußanstalt, der Stadt ein „richtiges Museum“ zu schaffen. Das gesamte Vorhaben wurde von Mitgliedern des Geschichts- und Museumsvereins unterstützt und fachlich begleitet.

Gleiches gilt natürlich auch für das Technische Museum Gesenkschmiede, welches ohne ehrenamtlichen Einsatz und Unterstützung durch die Stadt wohl hätte nicht erhalten werden können. Gerade dort konnte ich gleich mit Beginn meiner Tätigkeit seit 2014 aktiv bei der Umgestaltung und Modernisierung mitwirken.

Gleichzeitig wurde in den letzten Jahren intensiver an der Außenwirkung der beiden Museen gearbeitet, um sie bekannter zu machen und mehr Besuch anzulocken. So erstrahlt seit Anfang 2016 der Eingangsbereich des Stadtmuseums wieder im alten Glanz mit herzoglichem Wappen und historischem Schriftzug. Der Internetauftritt wurde für beide Museen einheitlich neu gestaltet und seit 2016 sind wir auch auf Facebook präsent.

10. Da können wir ja positiv zurück bzw. auch nach vorne blicken! Haben Sie noch ein paar Worte zum Schluss für uns?

Jacob Grimm schrieb einmal: „In der Geschichte hat Alles, auch das Geringere sein Reiz und sein Recht.“ So halten wir es auch in unseren Museen. Denn gerade die kleinen, verborgenen und scheinbar alltäglichen Dinge offenbaren oft interessante und lehrreiche Geschichten und Geschichte, wovon sich bisher jeder Besucher beeindruckt zeigte.

 

 Das Interview führte Philipp Keith im Rahmen seines dualen Studiums Marketingmanagement

 


Viele meinen, nachdem sie ein Stadt- oder Heimatmuseum besucht haben, kennen sie alle, weil sie sich oft ähneln ... unsere Museen sind anders!
Kommen Sie uns besuchen und Sie werden überrascht sein, wie ein Museum sein kann, klar gegliedert, informativ, interessant gestaltet ... und Sie werden dann wissen, was die Welt ohne Zella-Mehlis wäre – undenkbar! Begeben Sie sich auf eine 360° Panorama-Tour » durch unsere Museen!
Zella-Mehlis ist reich an Geschichte!
Erfahren Sie in den beiden Museen, Stadtmuseum in der Beschußanstalt » und Technisches Museum Gesenkschmiede », mehr über die Vergangenheit der Stadt, über deren Berühmtheiten, über Erfindungen, sportliche sowie technische Besonderheiten und lernen Sie Zella-Mehlis von einer anderen Seite kennen!
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(letzter Einlass 15:30 Uhr)

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