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Die Spieluhr

Die alte Spieluhr im ersten Raum der Ausstellung ist eines der wenigen Objekte, die man sogar anfassen darf, nämlich um ein 50 Cent Stück hineinzuwerfen, welches dann das Spielwerk in Gang setzt. Die Musik wird dabei von einer sogenannten Lochplatte abgespielt. Diese runden Platten bestehen aus Blech mit eingestanzten länglichen Löchern, welche an der Unterseite kleine Haken bilden. Die Haken drehen an mit Zähnen versehenen Rädchen, die Metalllamellen am Stimmkamm anreißen, und somit einen Ton erzeugen.

Diese Art Spieluhren wurden hauptsächlich in der Gründerzeit hergestellt und waren mechanische Musikinstrumente. 1886/1887 erfand Paul Lochmann in Leipzig die Platten-Spieluhr. Der große Vorteil dieser zu der bereits existierenden Walzen-Spieluhr war, dass, während eine Walzen-Spieluhr nur maximal sechs Musikstücke abspielen konnte, die Platten sehr einfach austauschbar waren und man sich somit eine große Sammlung an Liedern zulegen konnte ohne sich eine neue Spieluhr leisten zu müssen.

Das Lied, welches unsere Spieluhr spielt, heißt: Oh honey, my honey. Plantation Song. Im Depot des Stadtmuseums sind diverse weitere Lochplatten mit weiteren Liedern vorhanden. So kann von Zeit zu Zeit immer mal wieder eine neue Melodie durch die Ausstellungsräume strömen.

Wo genau unsere Spieluhr herstammt, wissen wir leider nicht mehr, sie war bereits viele Jahre im Bestand des alten Heimatmuseums am Mehliser Markt und diente vorher wohl als Unterhaltungsapparat in einer der vielen Gaststätten in Zella-Mehlis.

Jeder Jede Jedes

1906 wurde in Berlin durch Dr. Gustav Mez unter Nutzung des von den Daimler-Motorenwerken eigens erworbenen Warenzeichens die „Mercedes-Bureau-Maschinen G.m.b.H“ gegründet.
Das in der hiesigen Region vorhandene Potenzial qualifizierter und billigerer Arbeitskräfte war für Dr. Mez Anlass, auf dem in der Gemarkung Benshausen gelegenen Grundstück des Mehliser Schneidemühlenbesitzers Eckstein ein Fabrikgebäude errichten zu lassen.
1908 wurden die ersten Schreibmaschinen hergestellt. Zwischen 1910 und 1917 entstanden Verwaltung, Kantine, Seitenflügel Ost und West, Rechenwerks- und Arbeitssaal. 1917 verlagerte man die Fertigung von Rechenmaschinen vollständig nach Zella. Dort wurde 1922 auch die werkseigene Gießerei erbaut. In einem Teil der ehem. Ehrhardt-Werke richtete man 1927 eine Schraubenfertigung ein. Im gleichen Jahr erfolgte die Umwandlung in eine AG, an der der amerikanische Konzern „Underwood Elliot Fisher Company“ 1931 die Aktienmehrheit erwarb. Seit den 1930er Jahren galt das Unternehmen als größter Büromaschinenhersteller Europas.
Nach den II. Weltkrieg firmierte der Betrieb noch eine Weile unter dem Namen MERCEDES Büromaschinenwerke i.V.. Später im Kombinat Zentronik/Rechenelektonik eigegliedert gehörte er zuletzt als einer der größten Teilbetriebe zum Kombinat ROBOTRON. Nach der Wende abgewickelt und liquidiert wurden die meisten Betriebsgebäude schließlich ab 2005 abgerissen.

 

Videos aus der Gesenkschmiede logo_schmiede.png

Leitspindel-Drehmaschine

Zur Einarbeitung von Gravuren in die Gesenke für runde Schmiedeteile (z.B. Zahnräder) sowie zur Herstellung von Schnitten, Stempeln und sonstigen Drehteilen im Rahmen der Ersatzteilproduktion.

Baujahr: um 1925
Hersteller: Fa. Schuchardt & Schütte, Berlin

Waagerecht-Stoßmaschine

Hobelmaschine/Shaping zur Bearbeitung der Gesenk-Außenkonturen (bis max. L 550 mm, B 600 mm).

Typ: STW 550
Baujahr: 1956
Hersteller: VEB Werkzeugmaschinenfabrik Halle/Saale

 

Brettfallhammer

Gesamtgewicht 8 t, Bärgewicht 300 kg, Fallhöhe 1,60 m, bis zu 100 Schläge/Min.

Typ: Lasco 6
Baujahr: 1925
Hersteller: Fa. Langenstein & Schemann, Coburg