Wirken

SymbolbildHelmut König bezeichnet sich selbst als Graveur und Medailleur.
Medaillen sind für ihn Zeitzeugen, gelebte Geschichte.
Schon früh erkennen seine Lehrer sein Talent für das künstlerische Handwerk. Er hat es in den Genen, wie er selbst erzählt. Denn bereits sein Vater, Großvater und Urgroßvater waren in der Metallindustrie tätig als Feinmechaniker, Werkmeister bei Heinrich Ehrhardt und als Büchsenmacher.


Ab 1972 war Helmut König als selbständiger Handwerker in Zella-Mehlis tätig. Der erste Auftrag für einen Stempel für eine Medaille im Jahr 1974 lenkte seinen weiteren Schaffensweg in diese ganz bestimme Richtung. Hatte er bis dahin als Jagdwaffengraveur hauptsächlich Aufträge der Büchsenmacherhandwerksgenossenschaft (BÜHAG), wie Pokale,  Ehrenteller oder andere Kleinkunstwerke ausgeführt, widmete er sich nun hauptsächlich dem Fertigen von Medaillen. Im Laufe seiner  Schaffensperiode entstanden mehr als 2000 Prägemedaillen, die größtenteils, ab der Wende, auf seiner eigenen 200 Tonnen-Presse geprägt wurden. Vorher übernahm das Prägen zumeist die Fa. Bittner in Gotha. Die Vielfalt der Themen sowie die Bandbreite der  Auftraggeber spiegeln das hohe Ansehen, die enorme künstlerische Qualität seiner Arbeiten wider.

Es gab kein Themengebiet, an welches  er sich nicht herangewagt hätte. Von Portraits veschiedenster Persönlichkeiten über Architekturdarstellungen, Sport bis hin zu Pflanzen und Tieren oder Wappen reichte die Mannigfaltigkeit seiner Medaillenmotive. Hierbei arbeitete er sowohl nach eigenen  Entwürfen als auch nach Vorlagen. Auch Faksimile von Medaillen fertigte er an. Er machte dabei nie Unterschiede bzw. zeigte  Präverenzen zwischen kleinen Einzelaufträgen, z.B. von regionalen Vereinen und großen lukrativen Aufträgen von bedeutenden Städten  oder Institutionen. Auch blieb stets Raum für Persönliches, wie die Fertigung einer Medaille anlässlich des Geburtstages oder  Hochzeitstages eines Freundes und Wegbegleiters. Bei Helmut König war der Beruf stets auch Hobby.

Seine erste Medaille 1974 entstand  im Auftrag für das 1000. Stadtjubiläum von Ditfurt. Unzählige weitere Städte, Kommunen und Gemeinden ließen ihre Erinnerungsmedaillen von Helmut König fertigen, so auch Zella-Mehlis, für dessen 100. Stadtjubiläum einer  einer  letzten Medaillenentwürfe entstand. Auch die Medaillen der Bürgermeisterkette Zella-Mehlis stammen von ihm.

Helmut König arbeitete bis zu seinem Tod in seiner Werkstatt, ans Aufhören dachte er nie, denn es gab immer wieder neue interessante Aufträge, die ihn weitermachen ließen. Heute finden sich König-Medaillen in vielen Sammlungen, Museen und Ausstellungen wieder.

Seine Medaillen werden auf Auktionen und Tauschbörsen angeboten. Er ist in den Ehrenbüchern von Suhl und Zella-Mehlis eingetragen. Es gibt einen Helmut König-Freundeskreis. Seit 1977 trägt er den DDR-Titel „Anerkannter Kunsthandwerker“. 1986 wurde er in den „Verband bildender Künstler der DDR“ und 1989 in den „Verband Bildender Künstler Thüringen e.V.“ aufgenommen. Seit 1991 ist er ebenfalls Mitglied im Bundesverband „Bildender Künstler“.

Helmut König hat sich mit seinem Schaffen, mit seiner Kunst ein Stückchen unsterblich gemacht. Nur einem wirklich herausragenden Künstler und Handwerker wird dies gelingen.

 

Medaille   Medaille   Medaille
Der erste Medaillenauftrag zum 1000jährigen Jubiläum von Ditfurt „prägte“ seinen weiteren Schaffensweg   Der erste Medaillenauftrag nach der Wende, der ihm mit hohem Einsatz und Risiko das „Leben rettete“   Der letzte Medaillenentwurf zum 100jährigen Jubiläum von Zella-Mehlis, dessen Prägung er leider nicht mehr erlebte